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Mehr Verweildauer, mehr Umsatz: Wie Store Design messbar wirkt

28. Juli 2026 – Im stationären Handel entscheidet nicht allein das Sortiment über den Erfolg – sondern die Zeit, die Kundinnen und Kunden im Raum verbringen. Verweildauer ist kein weicher Faktor: Sie korreliert direkt mit Kaufwahrscheinlichkeit und Warenkorbgrösse. Für den Ladenbau bedeutet das, dass Gestaltung zum wirtschaftlichen Hebel wird.

Die zentrale Kennzahl: Verweildauer

Verweildauer & Umsatz
+1.3%
mehr Umsatz für jedes Prozent mehr Verweildauer im Store
Pathintelligence, Dwell Time & Sales Study
Haptik & Kaufmotiv
46%
der Konsumenten kommen gezielt, um Produkte zu sehen und anzufassen
PwC, Retail Consumer Insights
Gen Z & stationärer Handel
64%
der Gen-Z-Käufer bevorzugen für die Produktentdeckung den physischen Store
L.E.K. Consulting, 2024
Gen Z & Einkaufserlebnis
57%
erleben den Ladenbesuch als Erlebnis – nicht als Pflicht
Adyen / Censuswide, 2024

Der Zusammenhang zwischen Aufenthaltsdauer und Umsatz ist gut belegt: Wer länger bleibt, kauft mehr – und gibt pro Besuch spürbar mehr aus. Erlebnisorientierte Stores verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Eine Studie von Pathintelligence belegt den Zusammenhang direkt und messbar: 1% mehr Verweildauer führt zu 1,3% mehr Umsatz. Wer Kunden also nur geringfügig länger im Raum hält, erzielt überproportionale Ertragseffekte.
(Quelle: Pathintelligence, «Dwell Time and Sales», via Retail Sensing)

Transa Basel, Umgesetzt von Ladenbau Schmidt AG
Im Transa Basel beginnt das Abenteuer bereits im Shop - Umsetzung Ladenbau durch Ladenbau Schmidt

Warum Verweildauer entsteht – und wie Design sie steuert

Verweildauer ist kein Zufall. Sie entsteht durch gezielte räumliche Entscheidungen.

1. Wegeführung und Orientierung

Klar strukturierte Grundrisse reduzieren Stress und erhöhen die Bereitschaft, sich länger im Raum zu bewegen. In der Praxis heisst das: Blickachsen bewusst setzen, Haupt- und Nebenwege differenzieren, Einstiegsbereiche offen und einladend gestalten.

2. Zonen statt Fläche

Stores funktionieren heute nicht mehr als durchgehende Verkaufsfläche, sondern als Abfolge von Erlebnissen. Typische Zonen in unseren Projekten: Fokusflächen für Key-Produkte, Inspirationsbereiche, Aufenthalts- und Beratungszonen. Das Resultat: Kunden bewegen sich aktiver durch den Raum – und verweilen länger.

3. Materialität und Haptik

Die physische Erfahrung ist einer der Hauptgründe für den Storebesuch. 46% der Konsumentinnen und Konsumenten kommen gezielt, um Produkte zu sehen und anzufassen – physische Standorte bleiben damit zentral für Produktentdeckung und Kaufentscheidung. (Quelle: PwC, «Retail: Consumer Insights»)

Konsequenz für den Ladenbau: Materialien bewusst einsetzen, Produkte zugänglich präsentieren, Interaktion gezielt ermöglichen.

4. Licht als Steuerungsinstrument

Licht lenkt Aufmerksamkeit und definiert Aufenthaltsbereiche. Gezielte Akzentbeleuchtung erhöht die Interaktion mit Produkten spürbar – gleichmässige Grundbeleuchtung allein reduziert die Aufenthaltsqualität.

Gen Z: Die überraschend ladenaffine Generation

Ein Blick auf die nächste Käufergeneration verstärkt die Relevanz von durchdachtem Store Design nochmals. Entgegen der landläufigen Erwartung kauft Gen Z keineswegs ausschliesslich online:

  • 64% der Gen-Z-Konsumentinnen und -Konsumenten bevorzugen für die Produktentdeckung den physischen Store gegenüber dem Online-Kanal. (Quelle: L.E.K. Consulting, «Generational Shopping Behavior: How Gen Z Shops», 2023)
  • 57% erleben den Ladenbesuch als Erlebnis – nicht als Pflicht. (Quelle: Adyen / Censuswide, 2024)

Für Gen Z ist Shopping ein sozialer und sensorischer Akt: Produkte anfassen, die Atmosphäre erleben, Inhalte für soziale Medien generieren. Der Store wird zur Bühne. Was das für den Ladenbau bedeutet: Räume müssen nicht nur funktionieren – sie müssen eine Geschichte erzählen, die man erleben und teilen will.

Zwei Projekte aus unserer Praxis zeigen, wie unterschiedlich Verweildauer entstehen kann – und wie konsequent gestaltete Räume diese steuern.

Projektbezug: Verweildauer im realen Einsatz

Gnusstreff, Buchs – Spezialitätenladen mit Bistrot

Klare Zonierung statt dichter Warenpräsentation, ein integriertes Bistrot als Anker für längere Aufenthalte, offene Produktdarstellung und gezielter Materialeinsatz zur Stärkung der Markenwelt. Das Resultat: längere Aufenthaltsdauer in zentralen Zonen, stärkere Interaktion mit Produkten, spürbar höhere Aufenthaltsqualität. Hier erfahren Sie mehr über das Projekt Gnusstreff

Thömus, Hauptsitz in Oberbalm – Markenerlebnis als Destination

Für den Schweizer Fahrradhersteller Thömus entwarfen wir einen Store, der Verkauf, Showroom und Eventlocation in einem Raum vereint. Das Interior ist im Einklang mit der Architektur und erzählt die Markenwelt – ein Raum, der Besucherinnen und Besucher anzieht und zum Verweilen einlädt. Hier erfahren Sie mehr über das Projekt Thömus

Beide Projekte bestätigen, was die Forschung zeigt: Je klarer ein Raum strukturiert und inszeniert ist, desto länger bleiben Kundinnen und Kunden – und desto stärker wird die Marke erlebt.

Thömus Oberried - Ladenbau Schmidt AG
Für Thömus entwickelten wir ein ganzheitliches Store-Konzept: Modular & umwandelbar in einen Eventraum

Verweildauer als Planungsparameter

Für den Ladenbau ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Verweildauer muss aktiv geplant werden – nicht nur Fläche. Relevante Planungsfragen: Wo bleiben Kunden stehen – und warum? Welche Zonen laden zum Verweilen ein? Wo entstehen «tote Flächen»?

Diese Fragen lassen sich bereits in der Konzeptphase beantworten und später im Betrieb überprüfen.

Fazit

Store Design beeinflusst Verhalten – und Verhalten beeinflusst Umsatz. Die Verweildauer ist die zentrale Schnittstelle zwischen Raum und Wirtschaftlichkeit.

Ein funktionaler Laden erfüllt seinen Zweck. Ein gut gestalteter Laden steigert nachweislich die Performance – und wird zur Destination.

Gnusstreff, Buchs - Ladenbau Schmidt AG
Ladenbau Schmidt hat für den Gnusstreff in Buchs ein Konzept mit integrierter Kaffe-Ecke entworfen

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